Gefäßchirurg Mahmoud Makhlouf verstärkt Gefäßzentrum und bringt besondere Expertise in der Shuntchirurgie mit
Für Menschen, die regelmäßig auf eine Dialyse angewiesen sind, ist ein funktionierender Gefäßzugang von zentraler Bedeutung. Hier setzt die Shuntchirurgie an: Durch einen sogenannten Shunt werden Arterie und Vene operativ miteinander verbunden. So entsteht ein belastbarer Zugang zum Blutkreislauf, über den die regelmäßige Dialyse durchgeführt werden kann.
Der St. Vincenz Gesundheits-Verbund baut eine spezialisierte Versorgung für Dialysepatientinnen und -patienten künftig weiter aus. Gemeinsam mit Dr. Patricia Schaub, Chefärztin des Gefäßzentrums am Krankenhaus Limburg, plant Gefäßchirurg Mahmoud Makhlouf den Aufbau eines spezialisierten Shuntbereichs, das an das Gefäßzentrum angegliedert werden soll. Makhlouf verstärkt seit Kurzem das Gefäßzentrum und bringt besondere Erfahrung in der Gefäß- und Shuntchirurgie mit.
Hoher Bedarf an spezialisierter Shuntchirurgie
Der Aufbau des Shuntzentrums kommt nicht von ungefähr. Rund um Limburg gibt es mehrere Dialysezentren, deren Patientinnen und Patienten auf einen funktionierenden Dialysezugang angewiesen sind. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an spezialisierter Shuntchirurgie in der weiteren Region, nachdem in Wiesbaden ein entsprechendes Angebot inzwischen nicht mehr zur Verfügung steht. „Wir sehen hier die Chance, eine wichtige Rolle in der Versorgung von Dialysepatientinnen und -patienten zu übernehmen und ein spezialisiertes Angebot für die Region aufzubauen“, erklärt die Chefärztin.
Am Krankenhaus Limburg bestehen dafür bereits wichtige Strukturen: Neben dem Gefäßzentrum sind auch die Nephrologie und die Dialyse unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Dr. Oliver Jung am Standort angesiedelt. Die Fachbereiche arbeiten bereits eng zusammen und können die Versorgung von Dialysepatientinnen und -patienten künftig noch stärker miteinander verzahnen. Gerade für Menschen, die neu dialysepflichtig werden, ist diese Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Wird ein Dialysezugang benötigt, kann die nephrologische Behandlung eng mit der gefäßchirurgischen Planung abgestimmt werden. Auch bei Problemen mit einem bestehenden Shunt können die beteiligten Fachbereiche direkt zusammenarbeiten.
Shuntsprechstunde: Veränderungen früh erkennen
Ein wichtiger Baustein des geplanten Shuntbereichs wird außerdem eine spezielle Shuntsprechstunde in der Praxis für Gefäßmedizin in der WERKStadt. Sie richtet sich an Patientinnen und Patienten, bei denen Veränderungen oder Beschwerden am Dialysezugang festgestellt werden, aber auch an Menschen, bei denen eine Dialyse und damit die Notwendigkeit eines Shunts absehbar wird.
Gerade bei einer bevorstehenden Dialyse ist eine frühzeitige Vorstellung wichtig: Ein neu angelegter AV-Shunt am Arm benötigt etwa vier bis sechs Wochen, bis er für die Dialyse genutzt werden kann. Eine häufige Herausforderung sind Verengungen der Shuntvene. Diese können sich im Laufe der Jahre entwickeln und die Funktion des Shunts beeinträchtigen. Je nach Befund kann entschieden werden, ob eine engmaschige Kontrolle ausreicht oder eine Behandlung notwendig ist. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung – von interventionellen und minimalinvasiven Verfahren bis hin zu einem operativen Eingriff.
Makhlouf steht dafür sowohl in der Praxis für Gefäßmedizin in der WERKStadt als auch im Gefäßzentrum des Krankenhauses Limburg als Ansprechpartner zur Verfügung. So lassen sich ambulante und stationäre Versorgung eng miteinander verbinden und die Patientinnen und Patienten bei Bedarf ohne lange Wege durch die verschiedenen Behandlungsschritte begleiten: Von der Vorstellung in der Praxis bis zum geplanten Operationstermin liegen dabei in der Regel nur etwa zwei Wochen. Sollte ein Shunt beispielsweise akut verschlossen und ein kurzfristiger Eingriff notwendig sein, kann die Patientin oder der Patient direkt in die Gefäßchirurgie am Krankenhaus Limburg weitergeleitet werden.
„Ein Shunt ist für Dialysepatientinnen und -patienten die Voraussetzung für ihre Behandlung. Wenn wir Veränderungen früh erkennen, können wir häufig reagieren, bevor es zu einem Verschluss kommt. Genau dafür soll die Shuntsprechstunde da sein“, erklärt Makhlouf.
Langfristige Betreuung mit individuellem Blick
„Der Shunt verändert sich im Laufe der Jahre. Jede Patientin und jeder Patient bringt eine eigene Gefäßsituation mit. Das macht die Arbeit anspruchsvoll und individuell“, sagt Makhlouf über seine persönliche Motivation in diesem Bereich tätig zu sein. Für ihn liegt darin eine besondere Herausforderung der Shuntchirurgie. Shuntvenen können sich verengen oder verschließen, gleichzeitig kann jede weitere Intervention die Gefäßsituation verändern.
„Mir ist wichtig, Patientinnen und Patienten umfassend vor Ort versorgen zu können, ohne sie für einzelne Behandlungsschritte weiterverweisen zu müssen“, sagt Makhlouf über die Voraussetzungen im Limburger Krankenhaus. „Wir haben hier ein sehr gut aufgestelltes Gefäßzentrum, ein starkes Team und die enge Zusammenarbeit mit der Nephrologie.“
Langfristig soll aus dem neuen Schwerpunkt ein regionales Angebot für die Shuntchirurgie entstehen. Dafür sollen die vorhandenen Strukturen des Gefäßzentrums, die enge Zusammenarbeit mit der Nephrologie und Dialyse sowie die ambulante Versorgung weiter miteinander verbunden werden.
„Die Shuntchirurgie ist ein hochspezialisiertes Gebiet der Gefäßchirurgie, das viel Erfahrung und besonderes Fachwissen erfordert. Um diesen Bereich erfolgreich aufzubauen und weiterzuentwickeln, braucht es Menschen, die dafür brennen. Genau diese Leidenschaft bringt Herr Makhlouf mit“, freut sich Dr. Schaub über die Verstärkung ihres Teams.
Über Mahmoud Makhlouf
Mahmoud Makhlouf studierte Humanmedizin an der Universität Tischrin in Latakia. Nach seiner deutschen Approbation im Jahr 2014 absolvierte er seine Facharztausbildung in der Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Herne, wo er anschließend als Oberarzt tätig war. Zuletzt arbeitete er im Helios Klinikum Siegburg. Bereits in Siegburg kontrollierte und behandelte er regelmäßig komplexe Shuntfälle im Rahmen einer Shuntsprechstunde.
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